Umgang mit dem CF- Gentest ganz einfach

Zucht & Genetik von Rassehunden, insbesondere auch aber nicht nur von Irish-Terriern/ Breeding & genetics of pure bred dogs, especially of Irish-Terrier but not limited to.
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Umgang mit dem CF- Gentest ganz einfach

Ungelesener Beitragvon Maren Jurk » So 9. Mär 2014, 12:32

Hallo zusammen,
ich verstehe gar nicht dass es eine Diskussion über den Umgang mit dem CF Gentest überhaupt geben muss.
Meiner Meinung nach lässt sich das ganze auf folgende Fakten reduzieren:

1. Als Züchter sind wir verpflichtet, alle Sorgfalt anzuwenden um CF-kranke Welpen zu vermeiden. Daraus folgt, dass wir die Möglichkeiten eines Gentests, sofern verfügbar, auch nutzen müssen.

2. Das Risiko CF-kranker Welpen habe ich nur, wenn mehr als ein Elternteil Träger ist. Daraus folgt, dass wenn meine Hündin nicht Träger ist, brauche ich nichts zu beachten. Wenn sie Träger ist, muss ich mir einen Deckrüden suchen, der nicht Träger ist.

Wenn ich dann noch darauf bedacht bin, für die nächste Generation freie Hunde zu erzeugen, dann kann ich eine Verpaarung frei x frei anstreben. Das kann aber nicht Pflicht sein, denn es spielt für die Gesundheit des Hundes selbst keine Rolle, ob er Träger ist.

Oder?

Und kann mir noch jemand erklären, was der Nutzen davon ist, dass es in der Folgegeneration keine Träger mehr geben soll? Züchter sparen sich das Geld für den Test, aber für die Hunde spielt es keine Rolle.
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Re: Umgang mit dem CF- Gentest ganz einfach

Ungelesener Beitragvon Irene Sommerfeld-Stur » So 9. Mär 2014, 19:17

Vielleicht wäre es hier nochmal sinnvoll zu differenzieren zwischen:

Anlageträger: heterozygot, hat ein normales und ein Defektgen. Da das Defektgen rezessiv ist, kann der Anlageträger selber nicht erkranken, gibt aber an die Hälfte seiner Nachkommen das Defektgen weiter. Sollte nur mit freien Partnern verpaart werden

Merkmalsträger: homozygot, hat das Defektgen in doppelter Dosis, zeigt selber die Symptome der Erkrankung und gibt bei einem Zuchteinsatz das Defektgen an alle Nachkommen weiter.

Merkmalsträger könnten in der Zucht eingesetzt werden, wenn sie an freie Partner verpaart werden. In so einem Fall sind alle Nachkommen Anlageträger.

frei: homozygot, hat das Normalgen in doppelter Dosis, erkrankt nicht und gibt auch keine Defektgene an die Nachkommen weiter. Freie Hunde können mit jedem anderne Genotyp verpaart werden.
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Re: Umgang mit dem CF- Gentest ganz einfach

Ungelesener Beitragvon Maren Jurk » So 9. Mär 2014, 20:16

Danke für die Differenzierung. Ich habe Anlageträger gemeint. Die Zucht mit Merkmalsträgern ist nach unseren Regeln nicht zulässig, da es erkrankte Hunde sind.
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Re: Umgang mit dem CF- Gentest ganz einfach

Ungelesener Beitragvon Irene Sommerfeld-Stur » Mo 10. Mär 2014, 11:12

Deshalb habe ich auch "könnte" geschrieben. Dennoch sollte man sich dieser Möglichkeit bewusst sein, die durch einen Gentest ermöglicht wird.

Beim Irish Terrier sind die Voraussetzungen für die Nutzung dieser Möglichkeit sicherlich noch nicht gegeben, aber in kleinen Populationen mit geringer genetischer Varianz kann diese Möglichkeit durchaus von Bedeutung sein. Zu beachten wäre dabei natürlich die klinische Ausprägung der Erkrankung, denn ein Zuchteinsatz kämer natürlich nur dann in Frage, wenn er keine zusätzliche Belastung für die betroffenen Zuchttiere darstellen würde.

Das Verbot eines Zuchteinsatzes von Merkmalsträgern ergibt sich ja daraus, dass ohne einen verfügbaren Gentest nicht auszuschließen ist, dass erkrankte Nachkommen auftreten. Wenn das durch einen Gentest und eine entsprechende Anpaarung ausgeschlossen werden kann, ist der Einsatz eines Merkmalsträgers (immer vorausgesetzt, dass, wie schon oben gesagt, durch den Zuchteinsatz keine zusätzliche gesundheitliche Belastung erfolgt) aus populatonsgenetischer Sicht genau so zu betrachten wie der Zuchteinsatz eines Anlageträgers.
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